Schon beim Öffnen des hölzernen Gartentürls hat man das Gefühl in ein Refugium einzutreten. Der Weg bis zum Hauseingang ist aus Holz, auch der Geräteschuppen ist ein echtes m-haus – das sieht man sofort. Schon macht Clemens Gahleitner die Haustüre auf: Der erste Eindruck hat nicht getäuscht. Ein gemütliches, familiäres Heim in Form eines Hanghauses tut sich vor einem auf. Birgit und Clemens wohnen seit 2007 in ihrem Eigenheim. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie ein erfahrenes m-haus-Paar sind. Erst voriges Jahr haben sie eine neue Terrasse bekommen, wenige Jahre davor wurde die alte Gartenhütte, die sie mit dem 2000 m² großen Grund in Puchenau erworben hatten, saniert und erweitert. „Damit verbindet uns viel“, erklärt Birgit (41). Denn immerhin nutzten sie das Häuschen ab 2003 als sie den Grund kauften bis zum Bau bereits als Wochenend-Haus. „Wir haben hier viel Zeit verbracht, ein gutes Gefühl für das Grundstück bekommen und erste Ideen für unser Wohnhaus gewälzt“, so Clemens (44). Und vor fünf Jahren wurde dann sogar die jüngste Tochter darin geboren, was es zu einem Geburtshaus auf vielen Ebenen macht.

Der Grundpfeiler für den Hausbau war von Anfang an, dass es ein umweltschonendes Gebäude sein sollte. „Klimaschutz ist uns ein Anliegen.“ Die Entscheidung für Passivbauweise fiel deshalb nicht schwer und die Gahleitners schauten sich erst einmal unter den Hausbau-Firmen um, wer das überhaupt anbietet. „Bei Mittermayr stimmte sofort die Chemie. Hermann Eichinger kam beim Grund vorbei, machte Fotos, schaute sich alles genau an, da wussten wir, hier sind wir richtig.“

Gesucht und gefunden

Die eigenen Hauspläne wurden schnell verworfen, als Bernhard Mittermayr ein Hanghaus, perfekt auf das Grundstück hin, skizzierte. Trotz der Größe des Baugrunds strebte die Baumfamilie kein riesiges Wohnhaus an. „Wir leben gut auf den 132 m². Wie viel Platz braucht man schon?“, so Clemens Gahleitner. Das Haus hat keinen Keller, dafür gibt es unter dem Carport einen Stauraum für Gartengeräte und Co, der vom Garten aus zu betreten ist. Mit dem Schuppen auf Eingangsniveau ist genügend Platz für Fahrräder, Skier, Zelt und die großzügige Gartenhütte kann auch als Gästehaus verwendet werden.

Was sie während der Bauphase als äußerst positiv empfanden war der Faktor Nähe. „Und zwar sowohl die geografische als auch die menschliche Nähe“, sind sich Birgit und Clemens einig. Auch vom Zeitplan her wurde alles perfekt eingehalten. Im Oktober 2006 wurde das Fundament betoniert. „Der Übergang von Holzriegel auf Beton ist nicht ganz trivial wegen der Wärmebrücken“, gibt Birgit Einblick. Aber alles lief wie geplant. Anfang März 2007 wurde in vier Tagen das Haus aufgestellt.

Im Juni desselben Jahres wurde das Haus belagsfertig übergeben. „Wir haben uns dann um Maler, Boden-, Fliesenleger und Elektriker gekümmert, wobei das schon etwas mühsam auszuwählen war. Das würden wir heute eventuell von m-haus als Generalunternehmen organisieren lassen“, überlegt Clemens. Als Passivhaus musste am Ende auch ein Luftdichtigkeitstest, der so genannte „Blower-Door-Test“, gemacht werden, damit der Passivhaus-Standard abgenommen werden konnte. „Schon auf der Baustelle waren die Bauleute sehr motiviert und haben sich auch als Experten im Umgang mit einem Passivhaus erwiesen.“

Würden sie heute, zwölf Jahre später, irgendetwas anders machen? Die beiden schauen sich an und antworten wie aus der Pistole geschossen. „Ja, gleich ein drittes Kinderzimmer einbauen und keine Eckbadewanne!“ Sie lachen. Was das Haus betrifft sind sie rundum zufrieden: „Das ist eben keine anonyme Massenabfertigung vom Fließband. Es passt immer noch alles“, schwärmen die beiden.

Ein Bericht von Journalistin Inez Ardelt.

Die Schreiberin, Inez Ardelt (*1982) stammt aus einem musischen und medizinischen Elternhaus mit einer unbeschreiblich großen Musik-, Kunst- und Literatursammlung, die für ihre berufliche Entwicklung ebenso prägend war, wie die Operettenstadt Bad Ischl, in der sie aufgewachsen ist. Neben der Affinität zur Kultur, kristallisierte sich bald auch eine weitere Leidenschaft, das Schreiben, heraus. Nach sieben Jahren Pressearbeit in einem großen Kulturbetrieb ist Inez Ardelt seit 2016 als selbstständige Journalistin (die schreiberin) tätig. Sie lebt als Musik- und Theater-Enthusiastin mit ihrer Familie in Linz und bezieht demnächst ihr eigenes m-haus.