Auf dem Weg zur Baustelle rumpelt es. Eine grobe Schotterstraße führt zum Grundstück von Baufamilie Gaßner in Riegl, einem Ortsteil im schönen Bad Zell. Im Schritttempo bergab gibt es genügend Zeit sich umzusehen. Gleich mehrere Einfamilienhäuser sind hier gerade im Bau begriffen. Während es in den Ziegelrohbauten demnächst „kältefrei“ heißen wird, kann im m-haus von Stefanie und Wolfgang Gaßner noch munter weitergewerkt werden, auch wenn es draußen winterliche Temperaturen hat. Denn obwohl das Haus erst im Frühling bezugsfertig ist, ist das Eigenheim der Gaßners längst kein Vogelhaus mehr, in das es aus allen Himmelsrichtungen hineinzieht: Überall sind schon Fenster drinnen und auch die Fassade ist fertig. Von außen betrachtet wirkt es beinahe fertig. Die Neugier auf die „versprochene“ Baustelle wird allein deshalb schon immer größer.

Durch die Garage geht es zur provisorischen Hauseingang. Stefanie (31) öffnet die leicht verzogene, aber äußerst charmante Tür mit Bauernschrank-Bemalung. „Hallo und willkommen auf unserer Baustelle!“ Die selbstständige Hebamme hat ihre kleine Tochter auf dem Arm, die sichtlich im Baustellen-Outfit unterwegs ist. „Sie ist bereits eine große Hilfe“, schmunzelt Stefanie. Im zukünftigen Wohnzimmer treffen wir auf Wolfgang, der gerade die Kaffeemaschine anwirft. Denn ja, auch die ist bereits in Betrieb. Eine Wohlfühl-Baustelle – durch und durch. Gemütlich wollten die beiden Häuslbauer auch in ihr Wohnprojekt starten. „Nachdem wir drei Jahre nach einem passenden Grundstück gesucht hatten, dachten wir zuerst, wir lassen es langsam angehen mit dem Bau“, so Stefanie. Allerdings, je mehr Form das Eigenheim annahm, desto größer und sehnlicher wurde auch der Wunsch baldmöglich einzuziehen. „Die Aussicht im Winter nicht Eiskratzen zu müssen und ein eigenes Zimmer für unsere Tochter zu haben, das hat uns motiviert uns zu beeilen“, gibt Wolfgang zu. Der 32-Jährige ist in Sachen Hausbau ein Insider. Seit zehn Jahren arbeitet Wolfgang als Kalkulant bei m-haus. Das Vertrauen, das er in seinen Arbeitgeber hat, hat ihn dazu bewogen, dem Unternehmen auch den Auftrag für sein eigenes Traumhaus zu erteilen.

Derzeit verbringt er einen Großteil seiner Freizeit auf der eigenen Baustelle. „Natürlich war es auch eine Preisfrage zu sagen, wir machen viel selbst und mit motivierten Helfern“, so Wolfgang. „Aber wir sind auch Typen, die gerne selbst arbeiten“, ergänzt Stefanie. Die Entscheidung für ein Holzhaus – übrigens innen wie außen –, fiel dem jungen Paar, das Wert auf eine nachhaltige Lebensführung legt, nicht schwer. „Das Material taugt uns einfach sehr. Egal ob beim Bau oder auch beim Spielzeug unseres Kindes“, so die Bauherrin. Und für den Bauherren, der selbst Ökoenergietechnik studiert hat, ist die Wahl eines ökologischen Hauses sowieso Ehrensache. „Außerdem geht ja alles so schnell! In einem Tag ist das Haus gestanden und der Dachstuhl war drauf.“ Die Glücksgefühle, die die beiden damals gehabt haben müssen, lassen sich gut nachempfinden. Kaum vorstellbar, dass hier im Juni erst der Bagger sein Werk verrichtete, wo jetzt bereits im Warmen gejausnet und der idyllische Ausblick auf die sanft hügelige Landschaft im unteren Mühlviertel genossen werden kann.

Vom „coolsten“ Ort des Hauses, wie Stefanie den großzügigen Wohn-Ess-Küchenraum tituliert, geht es die Treppe hinauf in den ersten Stock. Neben drei Kinderzimmern und einem großen Flur, der als Spielfläche dienen könnte, sind die beiden auf das geräumige Bad stolz. Hier wird Lehmputz zum Einsatz kommen, während die restlichen Räume mit leichten Dachschrägen im fertigen Zustand mit Fichtenholz verkleidet werden. Zurück im Erdgeschoß wird Wolfgang wieder von seinen beiden Helfern gebraucht, die gerade mit Wärmedämmung und Innenausbau befasst sind. Stefanie zeigt noch den Haushaltsraum hinter der Garderobe und ihr Büro, das eventuell später bei Bedarf zu einem barrierefreien Schlafzimmer umfunktioniert werden kann.

Das nächste Etappenziel, auf das sich die Gaßners nach dem Innenausbau erstmal freuen ist der Estrich unter dem Kabel und Leitungen verschwinden werden. Und dann ist der Weg zum angenehmen Holzboden nicht mehr weit.

 

Die Schreiberin, Inez Ardelt (*1982) stammt aus einem musischen und medizinischen Elternhaus mit einer unbeschreiblich großen Musik-, Kunst- und Literatursammlung, die für ihre berufliche Entwicklung ebenso prägend war, wie die Operettenstadt Bad Ischl, in der sie aufgewachsen ist. Neben der Affinität zur Kultur, kristallisierte sich bald auch eine weitere Leidenschaft, das Schreiben, heraus. Nach sieben Jahren Pressearbeit in einem großen Kulturbetrieb ist Inez Ardelt seit 2016 als selbstständige Journalistin (die schreiberin) tätig. Sie lebt als Musik- und Theater-Enthusiastin mit ihrer Familie in Linz und bezieht demnächst ihr eigenes m-haus.