Pflichten der ausführenden Firma

Die Aufgabe der ausführenden Firma beim Hausbau ist die Vorgaben der Baufamilie einerseits und  die gesetzlichen Rahmenbedingungen andererseits zusammenzuführen.  Zu den Grundlagen/Pflichten der ausführenden Firma zählt die Detailausarbeitung.

Rechte der Baufamilie sind gleichzeitig die Pflichten des Ausführenden:

  • Vorgabe durch Gesetzgebung in der Technik, wie OIB und ÖNORM
  • Vorgabe durch Recht, Baurechte auf EU, Österreich- und Oberösterreich –Ebene.
  • Wohnbauförderung OÖ

Pflichten der Baufamilie sind die Vorgaben für die ausführende Firma:

  • Die Baufamilie muss ihre eigenen Bedürfnisse kennen: braucht sie ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung, ist ein Garten gewünscht. Welche Wege entstehen für die Familie – Die Kinder müssen in den Kindergarten oder zur Schule. Welches Budget erlaubt mein Job? – Daraus ergibt sich die Lage und Größe des Grundstücks bzw. die Größe und Ausstattung des Hauses
  • In der Eigenverantwortung der Baufamilie liegt es, sich für eine Architektur zu entscheiden, die viele oder wenige Details zu bauen, bezahlen und später auch zu warten es gilt.

Bewusstsein über Architektur

Die erste Abbildung zeigt ein Haus mit Dachvorsprung und klassischem Satteldach, kaum Details zu bauen und zu warten. Die zweite Abbildung zeigt ein kubisches Haus mit Flachdach. Dadurch dass es keinen Dachvorsprung gibt, entstehen bereits mehr Details zu bauen und zu warten. Die dritte Abbildung zeigt ein Haus mit zusätzlicher Auskragung, d.h. viele Baudetails zu errichten, zu zahlen und zu warten.

Was ist also wirklich wichtig? Die Form des Gebäudes  ins Bewusstsein rücken, erleichtert die Entscheidung für das perfekte Eigenheim! Beim Hausbauen zuerst also den Blick aufs Ganze richten, auf Grundstück, Architektur und Wohnprogramm. Wenn Klarheit über diese Punkte besteht, der Auftrag unterschrieben ist und der Einreichplan fest steht, erst dann den Fokus auf die Details – wie Wärmepumpe, Dampfgarer… legen.

Vorfertigung

Der große Vorteil der Vorfertigung ist, dass die meisten Arbeiten von den Zimmerern im Werk erfolgen. Geschützt von Witterungseinflüssen und zu ebener Erde. Es gibt keine „Baustellenentscheidungen“, d.h. keine vorschnellen Entscheidungen/Lösungen mit weitreichenden Folgen für die spätere Benützung, damit nur ja die Baustelle nicht zum „Stehen“ kommt, weil bei der Vorfertigung alle Fragen im Vorfeld geklärt werden. Alle Gewerke sind in einer Hand, der Bauleiter behält die Übersicht!

Bauabfolge

  1. Architektur, Planung
  2. Entscheidung für ein Bausystem (Holzriegel, Holzmassiv, Vollholz, Vollziegel, VWS-Ziegel, Stahlbeton)
  3. Angebot
  4. Beauftragung
  5. Durchführung
  6. Einziehen

Manchmal beobachten wir Verwirrung durch die große Vielfalt der Möglichkeiten und Anbieter. Diese Verwirrung entsteht häufig schon beim Vergleich von verschiedenen Angeboten:

Der Vergleich von unterschiedlichen Angeboten ist schwierig bis kaum möglich und auch für den Profi eine Herausforderung. Denn unterschiedliche Qualitäten und verschiedene Leistungsumfänge lassen sich kaum vergleichen. Noch schwieriger ist der Vergleich von unterschiedlichen Bausystemen, z.B. Ziegel und Holz, da unterschiedliche Fertigstellungsgrade verschieden zu beurteilen sind!

Technische Begriffe

Technische Begriffe wie

  • Bauphysik: Speichermasse, Energieeffizienz, diffusionsoffen bzw. -geschlossen oder gar atmungsaktiv, luftdicht & winddicht, Brandschutz
  • Frischluft im Wohnhaus: Lüftungsanlage contra Fensterlüftung contra „Lehmputz“

und technische Zusammenhänge sind komplex und können verunsichern.

Grüne Kriterien

Auch grüne Kriterien und Schlagworte wie

  • Primärenergiebedarf, ökologisch, nachhaltig, nachwachsend
  • Wohngesundheit => Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem: E-Smog, VOC, Schimmel, schadstoffsenkende Baustoffe, Ionisierung der Luft, visuell beruhigende Oberflächen

prägen das Thema Hausbau. Also noch weitere Themen womit sich die Baufamilie auseinandersetzen soll?

Kein Wunder, dass dieser Dschungel aus Begriffen den Durchblick verschleiert, dazu kommt außerdem noch, dass

Produktinformation durch Marketing verwirrt

  • Marktaufbereitung durch Interessensvertretungen (Ziegelverband, PROHOLZ, Wärmepumpenhersteller, Solarhaus, IG Passivhaus)
  • Produktplacement der Herstellindustrie (Ederziegel, KLH-Massivholz) und Zulieferindustrie (Velux, Eternit, Josko)
  • Marketingmix der Ausführenden (Wimbergerhaus, m-haus, Rombergerhaus)

Wissentlich oder unwissentlich gestreute, falsche Informationen, die die eigene Meinung und Entscheidungsfindung erschweren

  • Technik ist gesetzlich geregelt => jedes Bausystem in Österreich funktioniert
  • Oft werden Begriffe benutzt um Unsicherheit und Angst zu schüren. Klarheit wird von manchen Marktteilnehmern verdreht, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen.
  • Beispiel: Heizung => 5% der laufenden Kosten (das Jahresabo im Fitnessclub kostet das 3fache)
  • Beispiel: atmungsaktiv => ein Begriff der Bekleidungsindustrie, suggeriert Kunden „Häuser können atmen“.

Wie schaffen wir Klarheit, um eine gute Entscheidung treffen zu können?

  • Wissenschaftlich: Lesen von Fachliteratur und Gesetzestexten, Verstehen von Zusammenhängen und Auswirkungen, Besuch von Seminaren oder
  • Menschlich: Google => Schlagworte ohne Zusammenhang

Der m-haus Entwirrungsversuch

In der kurzen Zeit in der sich eine Baufamilie mit dem Thema Hausbauen beschäftigt, ist es nicht möglich sich das Wissen eines Fachmanns anzueignen. Damit Baufamilien im Dschungel der Vielfalt ihren guten Weg finden, haben wir uns entschieden das m-haus Begleitheft zum Handbuch herauszugeben, in dem wir Fachthemen gesammelt, miteinander vernetzt und Zusammenhänge objektiv dargestellt haben. gleich bestellen!

Suchen Sie sich einen Ratgeber, schenken Sie ihm das Vertrauen und das Hausbauen wird kein Jahrhundertprojekt.

Entscheidungen werden „streng“ emotional getroffen und es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Baupartner wohlfühlen, ein gutes Gefühl ist entscheidend für Ihr gelungenes Hausbauprojekt!