Von Beginn der Planung an, war der Grundgedanke, sich für eine Kombination aus Wohnen und Arbeiten in einem Haus zu entscheiden, da. „In unseren ersten handgezeichneten Skizzen hatten wir für den Yogaraum nur 25 m² veranschlagt gehabt – viel zu klein, vor allem weil man ja auch Toiletten, Garderobe, einen Behandlungsraum und eine kleine Teeküche benötigt“, so die Hausherrin. Wenn Yoga, dann g’scheid, war schließlich die Ultima Ratio. Dass es ein Holzbau sein sollte stand ebenfalls von Anfang an fest, da die Baufamilie auch zuvor in einem Holzhaus gewohnt hatte. „Das hat uns einfach sehr getaugt von der Atmosphäre her.“ Mit selbst angefertigten Entwürfen klapperten Brigitte Winter und ihr Mann Paul Lakmayer zahlreiche Baufirmen ab, ließen sich Angebote machen, sammelten und verglichen Kostenvoranschläge. Bis sie 2014 mit einem mehr oder weniger fixen Einreichplan bei m-Haus ankamen.

Doch bevor der Bagger 2016 auf dem Grundstück einfuhr, wurde noch einmal alles verworfen! Was war geschehen? „Ich habe den Einreichplan noch einmal angesehen und mein Gefühl sagte: ‚Nein‘. Es hat mir einfach nicht mehr gefallen“, so Winter. In der langen Planungsphase von 2009 bis 2014 hatten sich wohl Geschmack und Grundbedürfnisse sehr stark gewandelt. „Wir haben das an m-haus kommuniziert und nur zwei Wochen später kam der Anruf, dass sie Vorschläge hätten, die sie uns zeigen wollen.“ Nachdem sie den neuen Plan mit der Außenansicht des Hauses sah, wusste sie schon: Ja genau, so soll es sein. „Es hat komplett anders ausgesehen und wurde von Grund auf neu geplant“, so Winter. Was ihr besonders gefallen hat war, dass der alte Plan einfach „komplett zerlegt“ wurde. „Davor hatte keine andere Firma den Mumm gehabt zu sagen, dass sie manches anders machen würden, als wir es entworfen haben. Bernhard Mittermayr hat alles neu gedacht. Hat Fragen gestellt, Themen aufgeworfen, mit denen wir uns zuvor nicht beschäftigt hatten.“ So tauchte erstmals die Idee auf, das Private vom Beruflichen völlig zu trennen. Zwei Eingänge für das in den Hang gebaute Wohnhaus und das Yoga Zentrum wurden festgelegt. Das schlägt sich auch in der Fassade nieder, die im Einfamilienhaus aus warm anmutendem Holz, beim Yogazentrum aus lässigem Kortenstahl ist.

„Ab dem Zeitpunkt, ab dem sich jemand überlegt hat, was die Bedürfnisse der Leute sind, die darin wohnen und arbeiten, ist es auf einmal rund gelaufen“, erinnert sich Winter, die die Phase vor dem Einreichplan als sehr mühsam empfunden hat. In Summe sei es zwar teurer geworden als sie geplant hatten, „aber es ist auch viel besser geworden“. Während des Baus ist alles glatt gelaufen und auch heute gibt es nichts, was sie anders machen würde. „Wir haben uns immer total gut betreut gefühlt durch die Bauleitung von m-haus, die wir als sehr kompetent kennengelernt haben. Das hat sich bis zu den Arbeitern am Bau durchgezogen. Der Polier war ruhig und umsichtig. Es wurde unglaublich sauber gearbeitet.“

Das wahrscheinlich schönste Yoga Zentrum weit und breit hat ein großes Einzugsgebiet. Sogar aus Linz fahren Yogis ins Mühlviertel um bei Brigitte Winter Körper und Geist in diesem unglaublich hellen, offenen Raum zu beflügeln.

Ein Beitrag von Journalistin Inez Ardelt, die Schreiberin.